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Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel liegen seit einigen Jahren im Trend, diese zählen gemäß dem Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz zur Gruppe der Lebensmittel und sollen im Bedarfsfall die normale Ernährung ergänzen.

Der Markt wird aktuell mit Produkten aus diesem Segment regelrecht überschwemmt, so haben inzwischen selbst Supermärkte Nahrungsergänzungsmittel im Sortiment. Es ist also kein Wunder, wenn in der Gesellschaft inzwischen die Annahme weit verbreitet ist, dass diese zu einer gesunden Ernährung dazu gehören würden. Gut verpackte Marketingstrategien machen sich hier einige Trends zu Nutze und versuchen die Bedürfnisse vieler Zielgruppen aufzugreifen.

Der gestressten Berufstätigen, die selbst nicht zum Kochen kommt, wird so eine schnelle Mahlzeit geboten, sowie mit Vitaminkapseln eine schnelle Lösung zum vermeintlichen Ausgleich einer nicht ausgewogenen Ernährung vorgegeben. Auch dem Fitnesssportler wird suggeriert, dass die Erreichung des Ziels einen fitten, attraktiver Körper zu erlangen, nicht mit normaler Ernährung möglich wäre, sowie auch dem Übergewichtigen der schnelle Weg ohne Anstrengung Gewicht zu verlieren versprochen wird.

Der Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln hat somit nicht nur bei Sporttreibenden, sondern auch in der gesamten Bevölkerung stark zugenommen. Von Seiten der Ernährungswissenschaften ist diese Entwicklung bedenklich und wird oftmals als nicht notwendig angesehen. Nahrungsergänzungsmittel werden meist als völlig unbedenklich eingeschätzt.

Wieso sollten auch Vitamine, Eiweiß, Kohlenhydrate oder Mineralstoffe dem Körper nicht gut tun? Auch nach dem Motto „Wenn’s nicht hilft, dann schadets auch nicht!“ Leider ist das manchmal ein Irrtum, denn neben möglichen Überdosierungen oder Verunreinigungen können Nahrungsergänzungsmittel manchmal absichtlich beigemengte Substanzen enthalten, die den Körper langfristig schädigen nur um die versprochene Wirkung zu erzielen.

In mehreren unabhängigen Studien wurden bei der Analyse von Nahrungsergänzungsmittel bei bis zu 25 Prozent der Produkte verbotene Substanzen nach der Verbotsliste gefunden. Eine Verunreinigung kann entweder unabsichtlich entstehen (z.B. durch mangelnde Sorgfalt bei der Produktion) oder aber ganz bewusst herbeigeführt werden, um die Nachfrage durch die "spürbare" Wirkung der Präparate zu steigern.

Neben den üblichen Inhaltsstoffen finden sich bei manchen Produkten auch anabole Steroide oder so genannte Prohormone in den Produkten. In manchen Fällen werden diese Substanzen auf der Verpackung sogar demonstrativ beworben, meistens werden aber nicht alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben.

Da der Markt mit Nahrungsergänzungsmittel sehr lukrativ ist, ist mittlerweile auch die organisierte Kriminalität auf dieses Geschäftsfeld aufmerksam geworden. Die größte Gefahr besteht bei Präparaten, die über das Internet bestellt wurden. Neben dem Risiko von Verunreinigungen besteht auch die Gefahr, dass die ausgelieferten Produkte unter unhygienischen Bedingungen produziert wurden.

Empfehlungen der NADA Austria

  • Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Sie können ein Fehlverhalten in der Ernährung nicht korrigieren. Es gibt keine Wundermittel, wie in der Werbung oft vorgespielt wird.
  • Nahrungsergänzungsmittel können in gewissen Situationen wie hoher Belastung oder Stress als befristete Ergänzung der Basisernährung durchaus Sinn machen. Grundlegende Voraussetzung ist aber eine Analyse und Beratung durch eine qualifizierte Fachkraft (z.B. Ernährungswissenschafter:in oder Diätolog:in).
  • Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach Anweisung von qualifizierten Fachkräften in der angegebenen Dosierung und Zeitspanne angewendet werden. Von einer Dauereinnahme oder Kombination von mehreren Präparaten oder einer gleichzeitigen Einnahme mit Medikamenten ist jedenfalls abzuraten.
  • Die Herstellung von Nahrungsergänzungsmittel unterliegt nicht den hohen Qualitätsstandards und Normen des Austria Codex, daher gibt die NADA Austria für diese Produkte auch keine Stellungnahme hinsichtlich Reinheit oder Unbedenklichkeit ab. Die Medikamentenabfrage der NADA Austria klassifiziert ausschließlich humanmedizinische Arzneimittel des Austria Codex hinsichtlich ihrer Zulässigkeit nach der aktuellen Verbotsliste.
  • Vor Experimenten, sei es mit unbekannten Produkten oder unbekannten "Berater:innen", wird ausdrücklich gewarnt. Besonders bei Produkten aus dem Internet oder von dubiosen Händlern ist Vorsicht geboten. Laut Informationen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sind 95 Prozent der Arzneimittel, die im Internet vertrieben werden, Fälschungen oder entsprechen nicht den Standards legaler Herstellung. Diese potentielle Unsicherheit trifft auch auf Nahrungsergänzungsmittel zu.
  • Sollten Sportler:innen trotz der genannten Risiken und in Abstimmung mit einer qualifizierten Fachkraft nicht auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel verzichten wollen, so sollte versucht werden, das Risiko einer Verunreinigung so gering wie möglich zu halten. Eine diesbezügliche Hilfestellung bieten die Websiten www.informed-sport.com, www.nsfsport.com und www.koelnerliste.com
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